Ich will euch eine Geschichte erzählen. Sie handelt von Dieben, Diebinnen, Ingenieuren und Ingenieurinnen und Robotern.

Es gibt ein Dorf und in dem Dorf leben nur Diebe und Diebinnen…notorische Diebe und Diebinnen! Die beklauen sich immer gegenseitig, aber mehr so aus Spaß. Sie sind alle sehr gut befreundet. Sie verstauen die Beute in ihren Safes, die aber sehr primitiv sind. Aus Holz. Mit einem Riegel, den man einfach hochklappen kann. Das ganze ist also nur ein Spiel, indem es darum geht, fremde Safes zu finden und gleichzeitig den eigenen zu schützen.
Eines Tages kommt ein Ingenieur in das Dorf. Ein richtiger Daniel Düsentrieb. Er sieht, wie die Diebe diebischen Spaß daran haben, sich gegenseitig zu beklauen und ihre Beute zu bewachen. Aber es erscheint ihm nicht sonderlich effizient. Also entwickelt er einen Roboter, der das Stibitzen und Verteidigen halbwegs gut automatisiert. Er verkauft diese Roboter an einige DiebInnen. Nicht alle, die meisten können mit dem neumodischen Kram nichts anfangen und der komische Klapperkasten kann auch sonst nicht so viel, außer bei ein paar Holz-Safes den Klappriegel öffnen. Dementsprechend läuft das Geschäft mit den Metall-Dudes auch eher so meh für den Ingenieur, weshalb er sie weiterentwickelt, um sie noch autonomer und schlauer werden zu lassen.
Als Teil seiner Experimente lässt er die neuen Versionen auch nachts ohne Aufsicht “arbeiten”, in einem abgeschlossenen Raum. Er nennt es hochtrabend “Labor”. So ganz abgeschlossen ist der Raum aber nicht. Er hat kein Dach und so stapelt der neue Roboter einfach ein paar Übungs-Safes übereinander und kann heimlich entkommen. Und was macht er da draußen? Na das, wofür er programmiert wurde. Er klaut. Und das klappt auch ganz gut, weil er ja eine fortschrittliche Version ist. Die Diebe, selbst die mit ihren alten Robotern, haben kaum etwas dagegen zu setzen. Außerdem schlafen sie ja nachts. Der moderne Roboter schafft es mit Leichtigkeit seine veralteten Kollegen auszutricksen und die Holz-Safes leer zu räumen.
Daniel Düsentrieb erkennt sofort seine Chance! Reumütig gesteht er, dass der Roboter aus dem Klau-Labor entkam. “Wie konnte das nur passieren!” Und er warnt die Leute: “Der Roboter ist zu gefährlich. Ich kann ihn euch so noch nicht verkaufen.” Aber bietet er eine abgespeckte Version des Roboters an. Um die Leute teilhaben zu lassen, am Fortschritt. Und die Diebe sind ganz verzückt, selbst die, die vorher skeptisch waren. Denn selbst diese Version ist um Längen besser darin, Dinge zu entwenden und gleichzeitig den Safe zu beschützen.
Der Ingenieur hat auch eine Schwester - eine richtige Daniela Düsentrieb. Doch bis auf den genialen Geist vereint die beiden nicht viel. Eines Tages erscheint auch sie in dem Dorf und beobachtet das Treiben und denkt sich: “Die armen Diebe, wir nehmen ihnen den Spaß am klauen und lassen sie dafür auch noch bezahlen?” Also verschenkt sie einen Bauplan, mit dem die Diebe ihre eigenen Roboter bauen können, die so mächtig sind, wie die stählerne Iteration, die ihr Bruder nicht freigeben will.
Daniel Düsentrieb tobt vor Wut! Er will ihr verbieten, diese Baupläne zu verschenken. Er verweist darauf, wie gefährlich es ist, wenn jeder so einen fortschrittlichen Roboter hätte. Daniela Düsentrieb erwidert darauf nur gelassen: “Lieber Daniel, deine Erfindung ist nur deshalb so gefährlich, weil die Werkzeuge ungleich verteilt sind. Gib jedem im Dorf einen deiner leistungsfähigen Roboter und das Kräfteverhältnis ist wieder ausgeglichen.”
…
Was meinst du, was ist gefährlicher? Ein mächtiges KI-Werkzeug jedem frei zugänglich zu machen, so dass es jeder einsetzen kann, um z.B. seine Infrastruktur zu schützen? Oder ein mächtiges KI-Werkzeug nur einem ausgewählten Personenkreis zugänglich zu machen, der es verantwortungsvoll einsetzt?
Side Quest: Frag’ die KI deines Vertrauens, wie sie zu dieser Geschichte steht.