Showerthoughts
1992 hat ein Team rund um Masahiro Hara für Denso Wave (ein japanisches Tochterunternehmen von Toyota) den QR-Code entwickelt. Toyota hat seitdem darauf verzichtet, Lizenzansprüche geltend zu machen. Vermutlich hat das zur Popularität maßgeblich beigetragen - ein Lehrstück für “offenes Wissen”.
Vor allem, vor dem Hintergrund, dass Anthropic-Chef Dario Amodei gerade laut darüber nachdenkt, wie doof Open-Source-Modelle [sic] sind. Er redet sich hierbei ein wenig um Kopf und Kragen und hat, zumindest bei mir, massiv Sympathie-Punkte verloren. So meint er, dass die großen Modelle nur in leistungsstarken Rechenzentren laufen können. Ja klar, wenn du 1 Mio. KundInnen bedienen musst. Aber erstens gibt es ganz klar auch einen Trend hin zu kleinen, spezialisierten Modellen, die auch lokal wunderbar funktionieren und zweitens ist moderne Hardware durchaus auch in der Lage, große Modelle zu betreiben. Wenn die LLM-Provider uns nur nicht die ganze Hardware wegfressen würden. Sowas hört Anthropic natürlich nicht gerne - denn das ist gegen das eigene Geschäftsmodell.
Egal, wir weichen ab. Zurück zu den QR-Codes, die es nun also schon seit 34 Jahren gibt. Was ist der Vorteil: Du kannst damit sehr einfach Informationen verbreiten und mit den meisten modernen Smartphones sofort verarbeiten.
Und trotzdem siehst du da draußen z.B. auf den Straßen dieser Stadt immer wieder kleine Zettel mit handgeschriebenen Telefonnummern oder Internetadressen. Das mag viele Gründe haben. Vielleicht ist es Bequemlichkeit, Unwissen oder Sicherheitsbedenken? Letzteres glaube ich kaum.
Das ist für mich eine Art Parabel darauf, wie sehr unsere Gesellschaft in der Lage ist, Fortschritt effizient in Produktivitätssteigerung umzusetzen. Nämlich kaum. Und jetzt kommt die alles entscheidende Frage: Warum soll es bei dem aktuellen KI-Hype anders sein? Die Voraussetzungen sind hier sogar noch schwieriger: KI lässt sich nicht ohne weiteres auf bestehende Prozesse anwenden. Außerdem ist der Noise-Level viel zu groß, das Angebot an “Scharlatanen”, die irgendwelche zusammengenzimmerten KI-Lösungen verkaufen wollen, ist zu groß. Aber die nüchterne Erkennis aus dem QR-Code-Beispiel sollte sein:
Man muss eine Innovation auch wenden wollen, können und dürfen.
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Zusammenfassung
Ausgehend von der Entstehung des QR-Codes bei Denso Wave reflektiert der Beitrag über den Wert offenen Wissens, kritisiert Dario Amodeis Skepsis gegenüber Open-Source-Modellen und fragt, warum unsere Gesellschaft technischen Fortschritt kaum in Produktivitätssteigerung umsetzt.
Hauptthemen: Künstliche Intelligenz Technologie Gesellschaft
Schwierigkeitsgrad: Einfach
Lesezeit: ca. 3 Minuten