Mit meinem Umzug von Self-Hosted Wordpress zu Hugo auf GitHub Pages vor einigen Jahren habe ich eine wichtige Interaktionsmöglichkeit aufgegeben: Kommentare. Der Wartungsaufwand war mir zu groß. Moment mal.. WordPress und Wartung? Das passt doch gar nicht zusammen!

Doch! Ich betrieb einen Self-Managed-Server. Darauf lief NGinx als Webserver zusammen mit PHP und MySQL. Die verschiedenen Domains waren über Virtual Hosts konfiguriert, getrennte PHP-Umgebungen, mehrere Datenbanke. Dazu kam ein selbst-gehosteter E-Mail-Server mit allem Drum-und-Dran und natürlich verschiedene WordPress-Instanzen, ein Backup-System und so weiter. Das war also schon ein kleiner SysOp-Job, der mich regelmäßig viel Zeit kostete. Mit dem Umzug zu GitHub Pages und Hugo hat sich der Aufwand um ein vielfaches verringert. Ich schreibe nur noch. Das macht Dinge einfacher. Gleichzeitig habe ich meine Beiträge auf Medium und LinkedIn veröffentlicht, um diese Plattformen für den Austausch zu nutzen.

Doch die Plattformen haben sich gewandelt. LinkedIn hat eine enttäuschende Entwicklung hingelegt, hin zu einem Facebook-Klon der vermeintlichen “Oberschicht”. Die Timeline wird von billigen AI-generierten Motivationssprüchen, Sales-Pitches und Selfies dominiert. Dazwischen Rage Bait und populistische Engagement Catcher. In den Kommentarspalten der vielen politischen Beiträge wird der Ton zunehmend rauer. Von den 500 Kontakten dort interagieren maximal 5 mit meinen Beiträgen. Mit “beruflichem Netzwerk” hat das nichts mehr zu tun. Auf Medium dominierten schon vor dem anhaltenden KI-Boom Inhalte, die auf maximale Monetarisierung ausgelegt waren. Masse statt Klasse. Oder kurz: Enshittification.

Berufliches Netzwerk for sure!
Berufliches Netzwerk for sure!

Doch mit der statischen Hugo-Lösung befahre ich auch eine einsame Informations-Einbahnstraße. Keine Kommentare; Feedback nur von den Menschen, die ich persönlich kenne. Pingbacks sowieso nicht. Das ist zwar erholsam ruhig aber so ganz ohne Austausch fehlt auch etwas. Nur selten verirrt sich ein Interessent per E-Mail zu mir.

Doch damit ist jetzt Schluss. Ab sofort integriert mein Blog zwei Funktionen:

Mit webmentions erfasse ich nun, von wo meine Seite referenziert wird. Dazu zählen nicht nicht nur Backlinks von Wordpress, sondern auch Erwähnungen auf Twitter, Mastodon, LinkedIn und anderen Plattformen.

Mit Cusdis kommt die Kommentarfunktion zurück. Cusdis ist Open-Source und DSGVO-konform. In der kostenlosen Variante reicht das für 100 Kommenate pro Monat. Reicht.

Damit gebe ich zwar auch einen liebegewonnen Vorteil auf, nämlich keine externen Abhängigkeiten zu haben. Aber dafür kehrt vielleicht etwas mehr Leben ein.

Das ganze ist erstmal nur als Experiment gedacht. Webmention ist einfach zu implementieren, funktioniert aber nur für eingehende Pings. Ausgehende Pings muss ich erst per GitHub Actions konfigurieren. Cusdis hingegen ist ein wenig störrisch in der Konfiguration, wenn die Zeit da ist, werde ich hier auf einem kleinen Bastel-Server die Docker-Variante aufsetzen.

Reaktionen

Zusammenfassung

Neue Funktionen: Webmentions und Cusdis-Kommentare


Hauptthemen: Webmentions Kommentare Cusdis Blogging Meta

Schwierigkeitsgrad: Leicht

Lesezeit: ca. 2 Minuten